Kundgebung zum 8 Mai
3. Mai 2026
Am 8. Mai 1945 endete mit dem militärischen Sieg der Anti-Hitler-Koalition über die Wehrmacht in Deutschland und Europa eine mörderische faschistische Gewaltherrschaft, die 12 Jahre gedauert und mehr als 55 Millionen Tote gefordert hatte.
Für alle, die der Mord-Maschinerie noch nicht zum Opfer gefallen waren, war dieser 8. Mai ein Befreiungstag: Für die Menschen in den von Nazi-Deutschland mit Krieg überzogenen Ländern, für die dort rekrutierten Zwangsarbeiter und die Kriegsgefangenen, für die bis zur letzten Minute von der Todesstrafe bedrohten Deserteure. Das galt auch für Menschen, die mit rassistischen und anderen menschenverachtenden Begründungen oder als politische Gegner verfolgt wurden. Ebenso für Widerstandskämpfer und Geflüchtete, die bis dahin nur an wenigen Orten Zuflucht fanden.
Während in vielen Ländern der jeweilige Befreiungstag gesetzlicher Feiertag ist, tut man sich in der Bundesrepublik schwer mit einer solchen Forderung. Und dauerte 40 Jahre, bis ein Bundespräsident es wagte, überhaupt von Befreiung zu sprechen.
Bis dahin wurde hierzulande das Ende des Hitler-Faschismus vorwiegend als Niederlage definiert, sahen sich Viele, die das NS-Regime tatkräftig oder stillschweigend mitgetragen hatten, als Opfer der Befreiungsarmeen.
Völkisch-nationalistische und rassistische Herrenmenschenideologien, die in der NSDAP ihren politischen Ausdruck fanden, blieben lange in den Köpfen. Und sind bis heute so weit verbreitet, dass sie zur realen Gefahr für die Gesellschaft werden. Zumal die politischen Grundlagen der Naziherrschaft nie wirklich überwunden wurden. Und wieder eine rechtsextreme Partei bereitsteht und nach der Macht giert. Eine Partei, die schon jetzt dafür sorgt, dass wieder einmal unliebsame Menschen aussortiert werden.
Wir wollen den 8. Mai 2026 zum Anlass nehmen, aller Ermordeten, Verfolgten und Deportierten zu gedenken und unseren Blick auf die Gegenwart zu richten:
Wir laden ein zur Kundgebung am Freitag, 8 Mai, 16.30 Uhr am Antifaschistischen Mahnmal am Rotteckring, beim NS-Dokumentationszentrum. Zuvor (ab 13 Uhr) gibt es auf dem Platz der Alten Synagoge einen von Jugendgruppen organisierten Aktionstag gegen die Wehrpflichtpläne der Bundesregierung; im Anschluss (18.00 Uhr ab Amtsgericht), gibt es einen Stadtrundgang zu Orten des Widerstands in Freiburg – mit dem Historiker Rüdiger Binkle.

